Digitalisierung in KMU mit dem Förderprogramm „go digital“

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Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben einen erheblichen Anteil an der Wirtschaftsleistung in Deutschland und an der Schaffung von Arbeitsplätzen und glänzen mit Innovationen und maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen. Aber sie wissen oft nicht, woher das Geld nehmen für Digitalisierungsprojekte wie einen professionellen Webshop oder ein professionelles CRM. Oftmals hinkt zudem die IT-Sicherheit dem Stand der Technik hinterher. Dabei können KMU ohne eine solide digitale Infrastruktur auf Dauer nicht im Wettbewerb bestehen. Das soll das Förderprogramm “go-digital” ändern.

Wer wird gefördert?

Aufgelegt wurde das Programm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Nach seinem Erfolg in den Jahren 2015/16 in den Modellregionen Sachsen und Ruhrgebiet, wo sich großes Interesse und ein großer Bedarf an Unterstützung für Digitalisierungsvorhaben in KMU gezeigt hatte, wurde das Programm im Jahr 2017 mit einer Laufzeit bis Ende 2021 auf die gesamte Bundesrepublik ausgedehnt. Es richtet sich an Unternehmen aller Branchen einschließlich Handwerksunternehmen, die

  • ihre Betriebsstätte in Deutschland haben,
  • weniger als 100 Mitarbeiter haben, 
  • einen Vorjahres-Umsatz von höchstens 20 Millionen Euro haben, 
  • nach der De-minimis-Verordnung förderfähig sind, das heißt, dass der Gesamtbetrag aller De-minimis-Beihilfen, die ein Unternehmen innerhalb von drei Steuerjahren erhält, 200.000 Euro nicht übersteigen darf.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Beratungs- und Umsetzungsleistungen für Projekte in den drei Modulen „IT-Sicherheit“, „Digitale Geschäftsprozesse“ und „Digitale Markterschließung“. Die Leistungen müssen durch entsprechend autorisierte Beratungsunternehmen erbracht werden.

Das Beratungsunternehmen analysiert zunächst das Potenzial des KMU und erstellt ein Grobkonzept zur Realisierung, falls das KMU Neukunde beim Beratungsunternehmen ist und sein Potenzial nicht bekannt ist. Im zweiten Schritt wird das Konzept konkretisiert und umgesetzt. Was der Fördergeber im Detail erwartet, kann hier nachgelesen werden.

Was beinhalten die Module?

Bei den Digitalen Geschäftsprozessen ist das Ziel eine möglichst durchgängige Digitalisierung der Geschäftsprozesse, beispielsweise im Auftragsmanagement, in Lagerhaltung und Logistik, im Versand- und Retourenmanagement. 

Projekte der Digitalen Markterschließung sollen Unternehmen zu professionellem Online-Marketing befähigen. Dazu gehören beispielsweise eine professionelle Internet-Präsenz, ein Webshop mitsamt den sich daraus ergebenden Geschäftsprozessen, aber auch die Nutzung von Verkaufsplattformen und Social-Media-Tools.

Unter IT-Sicherheit fallen beispielsweise Risiko- und Sicherheitsanalysen oder die Einrichtung von IT-Sicherheitsmanagement-Systemen. Auf diesen Grundlagen sollen Maßnahmen der IT-Sicherheit Risiken und wirtschaftliche Schäden durch Cyberkriminalität vermeiden.

Das Unternehmen wählt ein Hauptmodul und je nach Bedarf ein oder zwei Nebenmodule. Das Hauptmodul muss mehr als 50 Prozent des Projektvolumens ausmachen. Ein Anteil IT-Sicherheit ist wegen des hohen Stellenwerts des Themas verpflichtend, falls das Unternehmen als Module Digitale Geschäftsprozesse bzw. Digitale Markterschließung wählt.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung besteht in einem Zuschuss in Höhe von bis zu 50 Prozent der Ausgaben für höchstens 30 Tage mit einem Tagessatz für den Berater von bis zu 1.100 Euro – der maximale Zuschuss beträgt also 16.500 Euro bei einem Projektvolumen von 33.000 Euro oder höher. Die Projektdauer wird mit sechs Monaten veranschlagt. Der Zuschuss wird nach der Prüfung der Verwendungsnachweise ausgezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden.

Im Hauptmodul können bis zu 20 Beratertage gefördert werden, für eine Potenzialanalyse und Grobkonzeptionierung, für sachverständige Dritte in der Umsetzungsphase sowie für IT-Sicherheit, falls das Unternehmen Digitale Markterschießung oder Digitale Geschäftsprozesse als Hauptmodul gewählt hat. Im Bedarfsfall können weitere zehn Beratertage in den Nebenmodulen gefördert werden. Bei der Kombination von Haupt- und Nebenmodul können insgesamt 30 Beratertage gefördert werden.

Wie kommt ein Unternehmen an die Förderung?

Ein interessiertes KMU wendet sich an ein autorisiertes Beratungsunternehmen, gemeinsam wird ein Projekt abgestimmt. Für den Förderantrag schließen sie einen Beratungsvertrag, der einen Projektplan einschließt. Der Vertrag wird erst mit dem Zuwendungsbescheid wirksam. Das Beratungsunternehmen wickelt die Formalitäten ab: stellt den Förderantrag und erstellt zum Projektende neben der Rechnung an das KMU über die Eigenbeteiligung den Verwendungsnachweis für die Förderstelle. Diese prüft ihn und zahlt dem Beratungsunternehmen den Zuschuss aus – das KMU muss also nicht in Vorleistung gehen. Das KMU erhält zum Abschluss eine De-minimis-Bescheinigung.

Wie findet ein interessiertes KMU ein autorisiertes Beratungsunternehmen?

Interessierte Unternehmen finden hier alle autorisierten Beratungsunternehmen. Da neue Beratungsfirmen erst mit Zeitverzögerung in die Liste aufgenommen werden, kann es sich durchaus lohnen, erst einmal beim IT-Partner des Vertrauens nachzufragen.