KI-Anwendungen „von der Stange“ 

Share on linkedin

Nachdem die Nutzung von künstlicher Intelligenz lange Zeit eher eine Sache der großen Unternehmen war, die sich die Entwicklungskosten für KI-Anwendungen leisten konnten, holen Mittelstand und kleine Unternehmen auf. Das liegt nicht etwa an einem plötzlichen Geldsegen, der ihnen die Kosten stemmen hilft, sondern an Trends und Entwicklungen im Markt.

Künstliche Intelligenz für alle

Die Schwierigkeiten kleinerer Unternehmen im Hinblick auf KI sind Cloud-Anbietern und Dienstleistern nicht verborgen geblieben; sie setzen auf die „Demokratisierung“ von KI. Diese Entwicklung zielt darauf ab, dass die neuen ressourcen- und know-how-intensiven Technologien nicht allein den Großen und Finanzstarken oder, wie auch am wachsenden Markt für No-Code- / Low-Code-Plattformen zu sehen ist, den Datenspezialisten vorbehalten bleiben sollen.

KI soll zu bezahlbaren Preisen möglichst all denen zur Verfügung stehen, die damit experimentieren und etwas anfangen wollen und Nutzen daraus ziehen können. Gerade in Deutschland, in dem kleine Unternehmen und der Mittelstand den Großteil der Wirtschaftsleistung erbringen und den Großteil der Arbeitsplätze bereitstellen, ist für die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend, dass die kleineren Unternehmen mithilfe der neuen Verfahren ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und stärken können und somit dieses „typisch deutsche“ Gefüge zukunftsfähig bleibt.

Das Rad nicht neu erfinden

Als Grundlage benötigt KI enorme Mengen an Rechenleistung, Speicherplatz und Daten. Dazu kommen Hilfsmittel und Werkzeuge, das Know-how zur Verwendung der Tools und das Know-how über die Geschäftsprozesse, für die eine Anwendung entwickelt werden soll. Damit Unternehmen das alles nicht selbst aufbauen und finanzieren müssen, bieten große Cloud-Anbieter, aber zunehmend auch Start-ups, KI-Anwendungen für Unternehmen als Dienst an: Artificial Intelligence as a Service (AIaaS). Diese Anwendungen kommen dem unterschiedlichen Bedarf an Ressourcen in den Unternehmen entgegen. Sie reichen von Werkzeugen und Bestandteilen von KI-Lösungen wie Chatbots, APIs, Algorithmen, Frameworks für die eigene Entwicklung bis hin zu kompletten Lösungen. Bereitgestellt werden sie über Public oder auch Private Clouds, wie wir es von Office-Paketen oder Business-Software kennen. Laut der KI-Studie 2020 von Deloitte nutzten in Deutschland mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten Unternehmen solche Angebote, mehr als in vergleichbaren anderen Ländern wie Frankreich, USA, Australien.

Für repetitive Arbeitsschritte

Das Herz der neuen Komplett-Lösungen ist maschinelles Lernen. Maschinelle Lernverfahren analysieren Daten im Hinblick auf Muster und Übereinstimmungen und arbeiten mithilfe von Algorithmen Arbeitsschritte automatisiert ab. Als Service aus der Cloud bietet sich diese Lösungen daher für ein breites Spektrum an Aufgaben im industriellen Bereich und im Büro an, vorausgesetzt, es handelt sich um Aufgaben mit strukturierten, sich wiederholenden Arbeitsschritten. Anwendungen im Office sind beispielsweise die Dokumentenerfassung und nachgelagerte Prozesse oder auch Aufgaben in Buchhaltung und Rechnungswesen.

Fazit

KI-Anwendungen aus der Cloud sind Standard-Produkte; sie eignen sich deshalb nicht für spezifische Anwendungsfälle. Aber viele Prozesse laufen, unabhängig von der Branche, in den meisten Unternehmen vergleichbar auf strukturierte Art und Weise ab. Hierfür braucht kein Unternehmen eine eigens entwickelte Lösung. Mit „KI von der Stange“ sind gerade auch die kleineren Unternehmen gut bedient, denn sie eröffnet ihnen einen flexiblen Zugang zu Diensten mit hohem Mehrwert ohne große Investitionen in Ausstattung und Know-how.