Was können KMU mit KI anfangen?

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Derzeit sieht es so aus, als sei die Nutzung von KI-Anwendungen eher eine Angelegenheit von Großunternehmen. So zeigt die Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft „Wie KMU Künstliche Intelligenz nutzen“ vom Oktober 2021, dass 40 Prozent der befragten großen Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleister KI nutzen, aber weniger als 18 Prozent der KMU. Nach der von der Bundesregierung mit Partnern entwickelten Nationalen Strategie für Künstliche Intelligenz soll sich das ändern: Ihr zufolge soll der Transfer von Know-how im Bereich KI zu kleineren und mittelgroßen Unternehmen verbessert werden. Mit anderen Worten: Die Bundesregierung sieht bei ihnen ganz erhebliches Potenzial für die Nutzung von KI.

Daten aus neuen Blickwinkeln betrachten

Beim Einsatz von KI geht es nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern Digitalisierungsprozesse, die in den vergangenen Jahren angestoßen und umgesetzt wurden, fortzuführen, auszubauen und auf ein neues Niveau zu heben. Mithilfe von KI können auch KMU neues Potenzial zur Kostenreduktion und zur Geschäftsentwicklung erschließen, indem sie die durch Digitalisierung gewonnenen Daten aus neuen Blickwinkeln und mit den zunehmend verfügbaren neuen, KI-spezifischen Verfahren betrachten und analysieren. In Verbindung mit Eigenschaften wie Kundennähe, Innovationsfähigkeit und dem erfolgreichen Besetzen von Nischen, die KMU zum Rückgrat der deutschen Wirtschaft haben werden lassen, kann KI gerade auch bei ihnen zum Katalysator werden für weiteres Wachstum.

Digitalisierung first

Studien wie „Künstliche Intelligenz in Mittelstand“ von Deloitte sowie die Erhebung „Künstliche Intelligenz im Mittelstand“ der Begleitforschung von Mittelstand-Digital fragen unter anderem auch nach den Ursachen dafür, dass KMU bei der Nutzung von KI zurückliegen. Neben allgemeinen Faktoren, die wir auch von anderen technologischen Neuerungen kennen, wie fehlendes Know-how oder Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit finden sich technologie-spezifische Faktoren. An vorderster Position: der Stand der Digitalisierung im Unternehmen beziehungsweise in dem für einen KI-Einsatz interessanten Funktionsbereichen, der gegenüber der Digitalisierung in Enterprises zurückliegt, und in Abhängigkeit davon die Verfügbarkeit von Daten.

Da kleinere Unternehmen ohnehin nicht so große Datenbestände wie große Firmen haben, verschärft ein geringerer Digitalisierungsgrad dann zusätzlich die Datenlage für den Einsatz von KI. Das kann dazu führen, dass zu wenig oder nicht die richtigen Daten verfügbar sind, wenn beispielsweise Lösungen trainiert werden müssen, oder dass das Datenaufkommen oder die Qualität der Daten zu gering ist, als dass KI-gestützte Anwendungen etwas damit anfangen könnten. 

Unterstützung durch das BMWi

Damit auch für KMU die Kostenreduktionen und Effizienzsteigerungen, die der Einsatz von KI bietet, in greifbare Nähe rücken, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Programme aufgelegt, die KMU bei der Digitalisierung unterstützen. Da ist zunächst einmal das Förderprogramm „go-digital“, das finanzielle Unterstützung für Digitalisierungsberatung offeriert. Das Programm läuft mindestens bis Ende 2021; wir haben es in unserem Blog vorgestellt und an dieser Stelle auch, wenn klar ist, wie es mit der Förderung weitergeht. Begleitend dazu hat das BMWi ein bundesweites Beratungsangebot aufgebaut, die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren. Deren Angebot geht inzwischen über Digitalisierung hinaus und erstreckt sich folgerichtig auch auf KI.

KI ist keine Science-Fiction, sondern ein Werkzeug. Es wird an dem angesetzt, was in Unternehmen, auch in KMU, vorhanden ist, nämlich Daten. KMU liegt dieses Werkzeug ebenso gut in der Hand wie Konzernen. Und ebenso gut wie Konzerne können sie lernen, an welchen Schrauben sich damit drehen lässt. Unterstützung dabei finden KMU bei dem IT-Dienstleister ihres Vertrauens und Angeboten wie dem des BMWi.