Was leistet Künstliche Intelligenz?

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In welche Studie oder Umfrage, in welchen Report oder Bericht zum Einsatz künstlicher Intelligenz man hineinschaut, ist von Zuwachs die Rede: Immer mehr Unternehmen nutzen KI-Anwendungen in ihren Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen. Einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen unterschiedlichster Branchen zufolge waren das zum Zeitpunkt der Befragung im ersten Quartal 2021 acht Prozent gegenüber sechs Prozent im Vorjahr, und bei 30 Prozent waren KI-Projekte in der Diskussion oder in Planung. Da sich immer mehr Firmen mit dem Thema beschäftigen und Geld dafür in die Hand nehmen, muss was dran sein am Potenzial, das sich im Hinblick auf Produktivitätssteigerungen, auf bessere und neue Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle durch KI erschließen lassen soll.

Grundlegende Verfahren

Wie wir in unserem vorangegangenen Blogpost geschrieben haben, wird die derzeit eingesetzte Künstliche Intelligenz (KI) als „schwache KI“ bezeichnet. „Schwach“ deshalb, weil sie statt der gesamten menschlichen Fähigkeiten lediglich einzelne davon maschinentauglich nachbildet und Aufgaben anhand vorgegebener Regeln bearbeitet. Je nach Fähigkeit haben sich unterschiedliche Verfahren entwickelt: maschinelles Lernen (Machine Learning) beispielsweise, die Erkennung von Bild und Ton, das Verstehen von Sprache und Text oder die Erschließung von Wissen mithilfe sogenannter wissensbasierter Systeme. Hinter den Verfahren liegen jeweils unterschiedliche technologische Ansätze, Vorgehensweisen und Regeln, die auf die jeweilige Art der Aufgabe zugeschnitten sind und auch nur dafür genutzt werden können. Es liegt auf der Hand, dass die Fähigkeit zur Bilderkennung auf anderen Grundvoraussetzungen beruht als Sprachverstehen und dass für den KI-unterstützten Umgang mit Kundenanfragen andere Verfahren eingesetzt werden müssen als für die Auswertung des Kundenverhaltens. Was allen KI-Verfahren gemeinsam ist: die Schnelligkeit, mit der sie enorme Datenmengen verarbeiten.

Anwendungsbereiche von KI-Anwendungen

Schnelligkeit und die Verwendung spezieller Algorithmen haben den KI-Verfahren den Weg in Anwendungsbereiche wie Kundenkommunikation, Datenanalyse, Prozessautomatisierung geebnet, wo sie für ganz konkrete Aufgaben eingesetzt werden. Unternehmen von Banken und Versicherungen über Steuer- und Unternehmensberater und Energieunternehmen bis zu produzierenden Firmen in Elektrotechnik und Maschinenbau nutzen bereits KI-Lösungen. In Banken sind sie in die Bewertung und Bearbeitung von Kreditanfragen involviert und verbessern die Erkennung von Geldwäsche-Aktivitäten oder Kreditkartenbetrug, Versicherungsunternehmen nutzen sie für automatisierte Abläufe bei der Schadenbearbeitung. In produzierenden Firmen überwachen und steuern sie Produktionsprozesse und erlauben den Verantwortlichen, Unregelmäßigkeiten im Anlagenbetrieb frühzeitig zu erkennen und Wartungsarbeiten vorausschauend durchzuführen. In medizinischen Einrichtungen unterstützt KI Ärzte und Ärztinnen bei der Auswertung bildgebender Diagnoseverfahren beispielsweise bei der Tumorerkennung.

Welche Abteilungen besonders profitieren

Die Abteilungen in Unternehmen profitieren bislang in unterschiedlichem Umfang von KI-Lösungen, denn sie müssen an die spezifischen Aufgaben angepasst sein. Inzwischen sind Lösungen für ein breites Aufgabenspektrum verfügbar, aber bislang sind Vertrieb, Marketing, Service die Vorreiter beim KI-Einsatz. Unterstützung bietet KI beispielsweise für Auswertungen von Nutzerdaten und Nutzerverhalten, die für die Konzeption und Planung von Kampagnen verwendet werden, für Prognosen zu Kaufverhalten und Absatzvolumen, für die Platzierung von personalisierter Werbung und Empfehlungen. Chatbots und digitale Assistenten entlasten die Mitarbeiter im Kundenservice. Mithilfe von KI ist dergestalt eine hochgradig individualisierte Kundenansprache möglich bis hin zur Preissetzung, und zugleich entfallen langweilige Routinearbeiten für die Mitarbeiter. Das gilt auch für den Einsatz von KI in der IT-Abteilung, insbesondere für Aufgaben der IT-Sicherheit, wo KI Unregelmäßigkeiten in IT-Netzen und Logs erfasst. Im Einkauf, der wie der Vertrieb über Unmengen von Daten verfügt, lassen sich mit KI-gestützten Auswertungen Prozesse verbessern und Prognosen erstellen. Das Backoffice profitiert von der Möglichkeit, mittels KI Business-Unterlagen mit unstrukturierten Daten, beispielsweise Angebote, Rechnungen, Lieferscheine, auszuwerten und als strukturierte Daten korrekt nutzbar zu machen.

KI ist bereits im Einsatz

KI-Anwendungen stecken heute schon in mehr Produkten und Dienstleistungen, als uns auf den ersten Blick bewusst ist. In Unternehmen ergänzen sie bereits an vielen Stellen die menschliche Arbeit, vor allem dort, wo es um Auswertungen von Daten aller Art geht oder um personalintensive repetitive, also langweilige Arbeit. Aufgrund der im Beitrag genannten Anwendungsbeispiele könnte man vermuten, dass insbesondere Großunternehmen und Konzerne von KI profitieren. Das trifft derzeit in vielen Fällen zu. In einem unserer kommenden Blogposts wollen wir jedoch zeigen, welches Potenzial in KI für kleinere und mittelgroße Firmen steckt und welche Voraussetzungen für die Erschließung vorhanden sein sollten.